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Datum: 26.01.2026 Uhrzeit: 07:35

SNCB weiht neue Instandhaltungshalle in Ostende ein


SNCB / David Plas

Die SNCB hat heute in ihrer Triebfahrzeugwerkstatt in Ostende eine neue Instandhaltungshalle offiziell eröffnet. Dank dieser Investition von 47 Millionen Euro modernisiert die SNCB ihre Instandhaltungsinfrastruktur weiter, um die Verfügbarkeit und Zuverlässigkeit des Rollmaterials sowie die Pünktlichkeit zu verbessern. Diese neue Halle ist die fünfte große Instandhaltungshalle, die die SNCB in den letzten Jahren in Auftrag gegeben hat, nach den Hallen in Arlon, Hasselt, Kinkempois und Melle. Die Modernisierung ist Teil des umfassenderen Investitionsplans der SNCB zur gründlichen Modernisierung ihrer Werkstätten.

Investition in effizientere Instandhaltung

Die neue Halle ist 200 Meter lang, 18 Meter breit und 13 Meter hoch und verfügt über zwei von beiden Seiten zugängliche Durchfahrtsgleise. Dank dieser Dimensionen ist es einerseits möglich, Wartungsarbeiten an langen, einteiligen Zügen durchzuführen, ohne Zeit durch das Abkuppeln zu verlieren, und andererseits bis zu vier Züge gleichzeitig in der Halle unterzubringen.
Weitere Modernisierungsarbeiten umfassen Investitionen in die Reinigung von Bahnsteigen und eine 370 Meter lange Inspektionsgrube im Außenbereich neben der Halle, die die Einrichtung mehrerer Arbeitsplätze ermöglicht. Diese neue Inspektionsgrube ist zudem mit einer mobilen Plattform für Stromabnehmer ausgestattet. Diese ermöglicht es den Mitarbeitern, die Stromabnehmer vom Dach eines Zuges aus zu warten, was Zeit spart und die Wartung effizienter gestaltet.
Neben der neuen Halle wurde auch in ein industrielles Signalsystem und neue Rangieranlagen investiert.
Der Bau begann 2020, die Halle wurde Ende 2025 in Betrieb genommen.

Arbeiten nach dem TIM-Prinzip: Ein „Boxenstopp“ für Züge

Dank der neuen Infrastruktur kann das Instandhaltungswerk Ostende nun nach dem TIM-Prinzip (Timetable Integrated Maintenance) arbeiten. Dieses Prinzip lässt sich mit einem Boxenstopp vergleichen: Züge fahren häufiger, aber für kürzere und gleichmäßigere Zeiträume ins Werk, und zwar zu verkehrsärmeren Zeiten. So kann der Zugverkehr schneller wieder aufgenommen werden. Die SNCB (Belgierische Staatsbahnen) wendet dieses Prinzip bereits seit einiger Zeit an.
Nach diesem Prinzip fährt ein Zug durchschnittlich alle zwei Wochen für rund vier Stunden Wartung ins Werk. Dadurch kann er deutlich schneller wieder für die Fahrgäste eingesetzt werden. Um dies zu erreichen, arbeiten die Techniker auch nachts, sodass die meisten Züge während des morgendlichen Berufsverkehrs verfügbar sind.

Nachhaltig, ergonomisch und zukunftssicher

Nachhaltigkeit und Ergonomie standen bei der Planung des neuen Werks im Mittelpunkt. So entsprechen die über 900 Solarmodule mit einer installierten Leistung von 400 kWp etwa 80 Photovoltaikanlagen auf Privatgrundstücken. Der vor Ort erzeugte und direkt verbrauchte Strom deckt einen Teil des Energiebedarfs der Werkstatt. Darüber hinaus trägt diese Investition zu unserem Ziel bei, die installierte Photovoltaik-Kapazität bis 2032 zu verfünffachen. Auch Regenwasser wird bestmöglich gesammelt.
Für die Mitarbeiter bedeutet die neue Halle eine deutliche Verbesserung: Der Werkstattboden liegt tiefer als die Laufstege, und die Arbeitsgruben sind tiefer. Dadurch können die Techniker ergonomischer und sicherer arbeiten. Moderne Hilfsmittel wie automatische Werkzeugschränke, mobile Arbeitsbühnen und Hebezeuge verbessern zudem die Effizienz und den Arbeitskomfort.

Wichtige Rolle in Westflandern

Die Triebfahrzeugwerkstatt Ostende beschäftigt derzeit rund 250 Mitarbeiter und ist für die Wartung, Reparatur und Reinigung von fast 400 Triebzügen und Lokomotiven pro Monat verantwortlich. Der Standort spielt somit eine entscheidende Rolle für den Schienenverkehr in Westflandern und weit darüber hinaus und ist ein wichtiger Arbeitgeber in der Region.
In den vergangenen fünf Jahren hat die SNCB in Ostende mehr als 100 neue Mitarbeiter eingestellt. Im Jahr 2025 wurden zehn neue Mitarbeiter eingestellt. Für 2026 plant die SNCB, rund zehn weitere einzustellen; die meisten Stellenanzeigen hierfür sind bereits veröffentlicht. Darüber hinaus können sich Bewerber aus Westflandern auch auf andere interessante Positionen bewerben, beispielsweise als Zugbegleiter, Lokführer oder stellvertretender Bahnhofsvorsteher.

Kontinuierliche Investitionen in Werkstätten

Die SNCB betreibt elf Werkstätten, ergänzt durch technische Instandhaltungswerke im ganzen Land. Im aktuellen Investitionsplan 2023–2032 werden 1,4 Milliarden Euro in Werkstätten und die Instandhaltungsinfrastruktur investiert. Dies entspricht rund 15 % des gesamten Investitionsbudgets.
Mit der Einweihung der neuen Werkstatt in Ostende unternimmt die SNCB einen weiteren wichtigen Schritt hin zu einer effizienteren, nachhaltigeren und zukunftsorientierten Instandhaltung – zum Vorteil ihrer Fahrgäste und Mitarbeiter.


Quelle:/Fotos: SNCB