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| Datum: 06.02.2026 Uhrzeit: 10:59 | ![]() |
Siemens- und Stadler-Konsortium liefert vollautomatisierte Züge für die S-Bahn Kopenhagen
Die Dänischen Staatsbahnen (DSB) haben einen Rahmenvertrag mit dem Konsortium aus Siemens Mobility und Stadler über die Lieferung von 226 vollautomatisierten vierteiligen Triebzügen in ikonischem Design unterzeichnet, mit einer Option auf bis zu 100 weitere Züge. Die Flotte wird das weltweit grösste offene Bahnsystem mit automatisiertem Zugbetrieb (ATO) schaffen. Das Gesamtvertragsvolumen für das Konsortium liegt bei rund drei Milliarden Euro. Siemens Mobility übernimmt als Konsortialführer die elektrische Ausrüstung, einschliesslich Antriebs- und Bremstechnik, Bordstromversorgung, Fahrzeug- und Zugsteuerung, Fahrgastinformationssystem sowie Drehgestelle. Stadler liefert die Wagenkästen, die Kupplungen, die gesamte Innenausstattung und Sitze, Klimaanlagen sowie Türen und übernimmt zudem die Endmontage der Züge. Siemens Mobility ist zudem im Rahmen eines Technical Support & Spares Supply Agreement (TSSSA+) einschliesslich Railigent X mit einem massgeschneiderten Service- und Wartungskonzept beauftragt, das Verfügbarkeit und Zuverlässigkeit für mindestens 30 Jahre sicherstellt, sowie die Bereitstellung aller IT-Anforderungen umfasst. Die ersten Fahrzeuge sollen ab 2032 in Betrieb gehen. Anschliessend werden alle weiteren Fahrzeuge kontinuierlich bis 2040 an DSB ausgeliefert. «Dies ist die grösste Investition in der 90-jährigen Geschichte der S-Bahn. Mit dieser Investition macht DSB einen weiteren wichtigen Schritt, um den öffentlichen Nahverkehr der Hauptstadt zukunftssicher zu gestalten. Eine höhere Frequenz und mehr Kapazität stellen sicher, dass die S-Bahn mit der wachsenden Nachfrage Schritt hält und ihre Rolle als Rückgrat des Kopenhagener Verkehrsnetzes bewahrt», sagt CEO DSB Flemming Jensen. «Gemeinsam mit Stadler sind wir stolz darauf, den Auftrag zum Bau und zur Instandhaltung von 226 neuen S-Bahnen für Kopenhagen erhalten zu haben. Dieser Auftrag schafft das weltweit grösste offene Bahnsystem mit automatisiertem Zugbetrieb (ATO). Wir liefern nicht nur Züge, sondern intelligente Mobilitätslösungen, darunter Railigent X und unser innovatives Air-Free Brake System, um den öffentlichen Verkehr in Kopenhagen effizient und nachhaltig zu gestalten», sagt Michael Peter, CEO Siemens Mobility. «Unsere Partnerschaft mit Kopenhagen besteht seit vielen Jahren. Wir modernisieren bereits das S-Bahn-Netz mit neuster Signaltechnik für den vollautomatischen Betrieb bis 2033 im Auftrag von Banedanmark und DSB – und bauen dabei auf bisherige Arbeiten zur Erhöhung der Kapazität und Zuverlässigkeit auf.» «Mit diesen neuen Zügen führen wir die ikonische Designtradition der Kopenhagener S-Bahn fort. Die Fahrzeuge sind ein gutes Beispiel dafür, wie Design, Komfort und zukunftsweisende Technologie Hand in Hand gehen. Für den vollautomatischen Betrieb ausgelegt, können sich die Fahrgäste auf Züge freuen, die ihr Reiseerlebnis deutlich verbessern werden. Der Auftrag hat grosse strategische Bedeutung und wird uns dabei unterstützen, unsere Präsenz in Nordeuropa weiter auszubauen. Wir danken DSB für den Auftrag und freuen uns darauf, die Züge in unserem bewährten Konsortium mit Siemens zu bauen», sagt Ansgar Brockmeyer, Leiter der Division Marketing & Sales und stellvertretender Group CEO von Stadler. Die grösste Transformation in der 90-jährigen Geschichte der S-Bahn Mit dem Übergang zum vollautomatischen Zugbetrieb verfolgt DSB das Ziel, die Taktfrequenz der Kopenhagener S-Bahn deutlich zu erhöhen. In den Hauptverkehrszeiten werden die Züge auf jeder Linie in einem Maximalintervall von siebeneinhalb Minuten verkehren – und im zentralen Kopenhagener Netz sogar in Intervallen von nur anderthalb Minuten. Auf mehreren Strecken bedeutet dies bis zu 35 Prozent mehr Abfahrten im Vergleich zu heute und damit Kapazität für rund zehn Millionen zusätzliche Fahrten pro Jahr. Im Jahr 2025 reisten rund 111?Millionen Fahrgäste mit der S-Bahn, und DSB geht davon aus, dass diese Zahl in den kommenden Jahren weiter steigen wird. DSB bereitet das Netz daher gezielt auf die Zukunft vor. Innovatives Design, viel Platz und zukunftsweisende Technologie Das Design der neuen Züge ist innovativ und hebt sich bewusst von anderen S-Bahnen ab, bleibt dabei jedoch dem bekannten DSB-Erscheinungsbild treu. Dies sorgt für ein Gefühl von Kontinuität und Komfort, insbesondere für regelmässige Nutzer. Grosse Seiten- und insbesondere Frontfenster schaffen ein helles, offenes Raumgefühl und ermöglichen den Fahrgästen eine gute Sicht nach vorne. Die Fahrzeuge sind barrierefrei und erhöhen den Fahrgastkomfort deutlich. Die 56?Meter langen Züge verfügen über 120 Sitzplätze, 36 Klappsitze und etwa 300 Stehplätze. Sie bieten damit ausreichend Kapazität für das stark frequentierte S-Bahn-Netz in Kopenhagen. Breite Gänge und grosszügige Einstiegsbereiche gewährleisten einen reibungslosen Fahrgastwechsel, selbst zu Stosszeiten. Der ebenerdige Einstieg mit ausfahrbaren Trittstufen ermöglicht einen barrierefreien Zugang. Flexible Mehrzweckbereiche mit Klappsitzen bieten Platz für Fahrräder, Rollstühle und Kinderwagen. Eine optimierte Aussenanzeige der Linieninformationen, moderne Fahrgastinformationssysteme, laufruhige Fahreigenschaften sowie ein niedriger Geräuschpegel steigern den Komfort für die Fahrgäste zusätzlich. Die zukünftigen S-Bahn-Züge werden im Vergleich zu heutigen Fahrzeugen und ähnlichen städtischen Bahnsystemen in Europa eine deutlich höhere Flexibilität im Innenraum bieten. Vorgesehen sind 2+2 Sitzkonfigurationen, Klimaanlagen, Arbeitsbereiche mit Tischen für Pendler sowie integrierte Plätze für Rollstuhlnutzer. Mit diesen Verbesserungen wird die zukünftige S-Bahn viele der Vorteile bieten, die Fahrgäste sonst mit Fernverkehrszügen verbinden – und damit ein komfortableres, effizienteres und inklusiveres Reiseerlebnis für alle ermöglichen. Innovativ konstruierte Komponenten wie das Air Free-Bremssystem von Siemens Mobility setzen neue Massstäbe für Leistung und Effizienz. Das System reduziert durch seine leichte, pneumatikfreie Bauweise nicht nur das Gesamtgewicht, sondern senkt auch den damit verbundenen CO?-Fussabdruck um über 50?Prozent. Energieintensive pneumatische Strukturen entfallen vollständig. In Kombination mit einem modernen Antriebssystem bietet es optimale Leistung und Präzision bei gleichzeitig erheblichen Betriebskosteneinsparungen. Diese Fortschritte leisten einen wesentlichen Beitrag zu einem nachhaltigeren und effizienteren Bahnbetrieb. Umfassender Servicevertrag für die S-Bahn Kopenhagen Ein wegweisender 30-Jahres-Servicevertrag mit DSB, einschliesslich Optionen für zwei zusätzliche Verlängerungen um jeweils fünf Jahre, wurde ebenfalls unterzeichnet. Dieses Technical Support & Spares Supply Agreement (TSSSA+) bietet eine All-Inclusive-Lösung – von der Ersatzteilversorgung über die Unterstützung des DSB-Wartungspersonals bis hin zu modernsten Cybersecurity-Services. Das Konsortium wird dabei die Gesamtverantwortung für die Instandhaltung tragen, während die Instandhaltungsarbeiten von DSB-Mitarbeitenden durchgeführt werden. Im Zentrum steht ein fortschrittliches Instandhaltungsmanagementsystem, das durch innovative digitale Tools wie CORMAP, Railigent X sowie eine FRACAS/RAM Reporting-Plattform erweitert wird. Diese Technologien optimieren Wartungsplanung und -überwachung und erhöhen gleichzeitig die Zuverlässigkeit der Flotte. Der Vertrag gewährleistet eine herausragende Verfügbarkeit des S-Bahn-Netzes. Mit einem umfassenden Bereitschaftsdienst sowie modern ausgestatteten Werkstätten sorgen Siemens und DSB für einen sicheren, effizienten und pünktlichen Bahnbetrieb. Vollautomatisierte S-Bahn für mehr Kapazität, Zuverlässigkeit und Komfort Siemens Mobility rüstet zudem das gesamte 170 Kilometer lange S-Bahn-Netz in Kopenhagen auf die höchste Automatisierungsstufe (GoA4) auf und ermöglicht damit einen vollständig fahrerlosen Betrieb mit der CBTC-Lösung Trainguard MT. Die 2024 unterzeichneten Verträge umfassen die Lieferung sämtlicher fahrzeug- und streckenseitiger Signaltechnik, einschliesslich der Onboard Systeme für die 226 neue Züge. Die Umstellung auf GoA4 erfolgt in fünf Phasen: Die ersten automatisierten Betriebseinsätze sind für 2030 geplant, die vollständige Automatisierung wird bis 2033 angestrebt. Mit der Einführung der GoA4-Technologie kann der Betreiber die Netzkapazität erhöhen, das Fahrgasterlebnis verbessern, gleichzeitig höchste Sicherheitsstandards und Pünktlichkeitsstandards beibehalten und die langfristige Resilienz des Netzes sichern. Quelle:/Fotos: Siemens Mobility / Stadler | |