elektrolok xyania
Anzeige

Datum: 18.03.2026 Uhrzeit: 07:48

MehrSpur Zürich–Winterthur: Bauarbeiten für Grossprojekt starten


Übersichtskarte des Bahnausbaus zwischen Zürich und Winterthur.

Die SBB hat zusammen mit den beauftragten Baufirmen das Bauprogramm für das Grossprojekt festgelegt. Nun starten die Arbeiten für den Ausbau der Bahnhöfe Wallisellen, Dietlikon, Bassersdorf und Winterthur Töss. Auch für den Brüttenertunnel beginnen Vorarbeiten. Der Ausbau des Bahnnetzes bringt den Reisenden künftig mehr Verbindungen im Fernverkehr und den Viertelstundentakt in der Zürcher S-Bahn.

Die SBB hat im Januar 2026 die Baubewilligung für das Grossprojekt MehrSpur Zürich–Winterthur erhalten. Damit kann die Strecke zwischen Zürich und Winterthur auf durchgehend vier Spuren ausgebaut und der Engpass auf einer der meistbefahrenen Strecken der Schweiz behoben werden.

Zukünftig können zwischen Zürich und Winterthur mehr Schnellzüge fahren. Ebenso ist das Projekt das erste Schlüsselelement für den Ausbau des Angebots im Regionalverkehr. Die Zürcher S-Bahn ist ein Erfolgsmodell mit täglich mehr als 500’000 Reisenden. Die Kundinnen und Kunden profitieren langfristig vom geplanten Viertelstundentakt, der im Kernnetz der Zürcher S-Bahn zum Grundtakt wird. Damit das Grossprojekt MehrSpur Zürich–Winterthur die volle Wirkung auf das Bahnangebot entfalten kann, sind allerdings weitere Infrastrukturausbauten im Kanton Zürich notwendig: Ausbau Zürich Stadelhofen, Doppelspurausbauten und Perronverlängerungen.

Bauprogramm und Meilensteine festgelegt

Die MehrSpur Zürich–Winterthur beinhaltet mehrere Teilprojekte. Die SBB hat zusammen mit den beauftragten Baufirmen das aktuelle Bauprogramm festgelegt. Dieses sieht für die grössten Bauvorhaben folgende voraussichtlichen Termine vor, Verschiebungen sind möglich:
– Brüttenertunnel: 9 Kilometer lang, bestehend aus zwei je einspurigen Röhren, Start Vortrieb mit Tunnelbohrmaschinen 2029, geplante Inbetriebnahme aus heutiger Sicht 2037.
– Ausbau Bahnhof Wallisellen: Breitere Perrons,angepasste Zugänge und Unterführungen, Baustart 2028, geplante Inbetriebnahme Ende 2032. Westlich des Bahnhofs neue, 580 Meter lange eingleisige Brücke. Baustart 2026, geplante Inbetriebnahme 2031.
– Ausbau Bahnhof Dietlikon: Zusätzliches viertes Gleis, neue Zugänge zu Perrons, neue Passerelle mit Liften, Neubau Bahnhofsgebäude. Baustart 2027, geplante Inbetriebnahme Sommer 2032. Die Unterführung Bahnhofstrasse wird in tieferer Lage unter den Dietlikontunnel neu gebaut. Baustart 2028, geplante Inbetriebnahme 2031.
– Ausbau Bahnhof Bassersdorf: Neue Unterführungen und stufenfreie Zugänge zu den Perrons. Baustart 2027, geplante Inbetriebnahme Sommer 2030.
– Ausbau Bahnhof Winterthur Töss: Neue Unterführung und stufenfreie Zugänge, Baustart 2027, geplante Inbetriebnahme Ende 2028. Im Gebiet Neumühle eine 800 Meter lange eingleisige Brücke über bestehende Gleise, Baustart 2027, geplante Inbetriebnahme 2034.
– Diverse weitere bauliche Anpassungen an der Bahninfrastruktur zwischen Zürich und Winterthur.

Nun starten die Vorarbeiten im gesamten Projektperimeter: Die Baufirmen erstellen Baustellen- und Installationsflächen, die SBB bereitet die Bahntechnik vor. Diese Arbeiten dauern mehrere Monate. Den offiziellen Spatenstich für MehrSpur Zürich–Winterthur werden der Bund, der Kanton Zürich und die SBB im Sommer 2026 feiern. Nach Abschluss der Hauptarbeiten – gemäss aktuellem Plan 2037 – werden die Installationen zurückgebaut.

Bauarbeiten führen zu Einschränkungen und Lärm

Die SBB baut während rund eines Jahrzehnts in Gleisnähe und in einem der meistbefahrenen Korridore des Schweizer Bahnnetzes. Damit die Züge für die vielen Reisenden am Tag fahren können, kommt die SBB nicht umhin, auch in der Nacht zu arbeiten, wenn keine Personenzüge verkehren. Viele Bau- und Installationsplätze grenzen an Wohngebiete. Emissionen wie Baulärm, Staub, Logistikfahrten auf der Strasse oder Erschütterungen sind auch in Nachtstunden und an Wochenenden unvermeidlich. Die SBB tut ihr Möglichstes, um die Anwohnenden vor den Emissionen zu schützen und informiert regelmässig über die bevorstehenden Arbeiten – und dankt für das Verständnis.
Die Bauarbeiten sind so geplant, dass der Bahnbetrieb so wenig wie möglich eingeschränkt wird. Ab dem Fahrplanwechsel im Dezember 2026 wird es dennoch für einzelne S-Bahn-Linien Fahrplanänderungen aufgrund der Bauarbeiten geben. Die Fahrplanänderungen sind ab Herbst 2026 im Online-Fahrplan und in der App SBB Mobile ersichtlich. Über weitere Fahrplanänderungen während der Bauzeit wird die SBB wie gewohnt rechtzeitig im Voraus informieren.
Die Kosten für die geplanten Ausbauten zwischen Zürich und Winterthur betragen rund 3,3 Milliarden Franken (Kostengenauigkeit plus/minus 10 Prozent). Finanziert wird das Projekt über den Bahninfrastrukturfonds des Bundes, in den unter anderem Bund und Kantone einzahlen.


Quelle:/Fotos: SBB