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Datum: 07.04.2026 Uhrzeit: 07:59

Neue Züge für Zürcher S-Bahn und Westschweiz: Vergabe an Siemens Mobility Schweiz ist rechtskräftig


(Foto: Siemens)

Nach dem Rückzug der Beschwerde von Stadler Rail ist die rechtliche Klärung zum Zuschlagsentscheid der SBB an Siemens abgeschlossen. Die SBB wird nun den Vertrag mit Siemens Mobility Schweiz unterzeichnen und das Projekt wie geplant umsetzen. Die Reisenden der Zürcher S-Bahn und der Westschweiz sollen ab 2031 die komfortablen Züge nutzen können.
Die SBB hatte am 7. November 2025 den Auftrag für 116 neue Doppelstockzüge an Siemens Mobility Schweiz vergeben. Das Angebot wurde im Rahmen der öffentlichen Ausschreibung (BöB / VöV) als wirtschaftlich und qualitativ «vorteilhaftestes» bewertet. Siemens hatte die Ausschreibung klar gewonnen.
Die Züge überzeugen sowohl bei den Investitionskosten als auch im Betrieb, etwa bei Energieverbrauch, Trassenkosten und Instandhaltung. Über eine Nutzungsdauer von 25 Jahren ergeben sich Einsparungen in dreistelliger Millionenhöhe. Davon profitieren Kundinnen und Kunden ebenso wie die öffentliche Hand.

Verbesserungen für Reisende in Zürcher S-Bahn und Westschweiz

Nach dem Rückzug der Beschwerde wird die SBB nun den Vertrag mit Siemens Mobility unterzeichnen. Die SBB freut sich, das Projekt wie geplant voranzubringen: In den nächsten zwei Jahren wird die Lieferantin die Züge entwickeln und danach mit dem Bau der 116 Doppelstockzüge starten. Die Reisenden sollen sie ab 2031 nutzen können.
Die neuen Doppelstockzüge bieten mehr Komfort für Pendler und Freizeitreisende: rund 540 Sitzplätze, acht grosszügige Multifunktionszonen und deutlich mehr Stehplätze. Ab 2026 verkehren 95 Züge in der Zürcher S-Bahn und 21 in der Westschweiz; optional sind 84 weitere Fahrzeuge.
SBB

Meldung von Stadler dazu:
Stadler zieht Rekurs gegen die SBB-Vergabe zurück

Stadler hat die SBB-Ausschreibung über den Rahmenvertrag von 200 Doppelstockzügen gegen Siemens verloren. Diesen Entscheid konnte Stadler nur schwer nachvollziehen und hat deshalb Rekurs beim Bundesverwaltungsgericht eingereicht. Die inzwischen vom Bundesverwaltungsgericht ausgehändigten Dokumente sind stark geschwärzt und haben die Transparenz nur teilweise herstellen können. Klar ersichtlich hingegen ist, dass die SBB ihren Ermessensspielraum bei der Bewertung klar zugunsten von Siemens ausgeschöpft hat.
• Mit dem Rekurs wollte Stadler eine unabhängige Überprüfung durch das Bundesverwaltungsgericht als unabhängige Instanz erreichen. Im Verlauf des Gerichtsverfahrens hat Stadler zwar Einblicke erhalten – jedoch nicht die erhoffte vollständige Transparenz. Zahlreiche Dokumente aus dem Angebot blieben vollständig geschwärzt. Für Stadler sind damit inhaltlich relevante Passagen und entscheidende Nachweise für den Vergabeentscheid unzugänglich geblieben.
• Deutlich erkennbar ist jedoch, dass die SBB ihren Ermessensspielraum bei der Bewertung der Angebote voll zugunsten des siegreichen Angebots genutzt hat. Dies geht aus den Gerichtsunterlagen hervor. Die SBB hat sich für ein bisher nicht erprobtes und gänzlich neues Zugsmodell entschieden.
• Stadler hat dagegen einen Doppelstockzug angeboten, von dem sich 153 Züge im täglichen Einsatz bewähren. Dieser Zug zählt zu den zuverlässigsten in der Flotte der SBB.
• Aufgrund der stark eingeschränkten Informationen hat Stadler keine Anhaltspunkte gefunden, um das Gerichtsverfahren weiterzuführen und zieht daher den Rekurs per 7. April 2026 zurück.
• Verwaltungsratspräsident Peter Spuhler: «Wir bedauern den Entscheid nach wie vor, müssen diesen aber aufgrund der uns vorliegenden Informationen akzeptieren. Stadler richtet den Fokus auf die Weiterführung der langjährigen und erfolgreichen Zusammenarbeit mit der SBB.»

Stadler Rail Group


Quelle:/Fotos: SBB / Stadler