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Datum: 29.09.2026 Uhrzeit: 07:47

BEG startet Vergabeverfahren für Betrieb der S-Bahn München ab Ende 2034


DB AG / Siemens Mobility

Zweiter Münchner S-Bahn-Vertrag regelt Angebot für 7-Jahres-Zeitraum / Zuschlag für 2029 geplant / XXL-S-Bahnen und sukzessive weitere Neufahrzeuge / Vertrag hinsichtlich Inbetriebnahme der 2. S-Bahn-Stammstrecke flexibel

Die Bayerische Eisenbahngesellschaft (BEG) hat das europaweite Vergabeverfahren zum zweiten Münchner S-Bahn-Vertrag gestartet. Der neue Vertrag wird den Betrieb sämtlicher S-Bahn-Linien ab Ende 2034 bis Ende 2041 umfassen. Geregelt werden dadurch Verkehrsleistungen von zunächst einmal rund 23,7 Millionen Zugkilometer jährlich. Mit Inbetriebnahme der 2. S-Bahn-Stammstrecke München, welche die Deutsche Bahn für 2035 vorsieht, soll das Angebotsvolumen dann innerhalb dieses Vertrags weiter ausgeweitet werden. Die BEG, die den Regional- und S-Bahn-Verkehr im Freistaat im Auftrag des Bayerischen Verkehrsministeriums plant, finanziert und kontrolliert, ermittelt den künftigen Betreiber im Rahmen eines Verhandlungsverfahrens mit vorgeschaltetem Teilnahmewettbewerb.

„Das Vergabeverfahren für die Münchner S-Bahn ist das mit Abstand umfangreichste in Bayern und auch bundesweit eine der größten Vergaben. Ich bin froh, dass wir nun den Startschuss für die neue Vergabeperiode geben können. Mit diesem Vertrag und der Umstellung der Flotte auf die modernsten S-Bahn-Fahrzeuge Europas stellen wir im Raum München die Weichen für eine neue Ära im Nahverkehr“, erklärt Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter, der auch Aufsichtsratsvorsitzender der BEG ist.
Das Angebot der Münchner S-Bahn macht heute rund 16 Prozent des gesamten Bestellvolumens aus und wird täglich von rund zwei Dritteln aller Fahrgäste im bayerischen Schienenpersonennahverkehr (SPNV) genutzt. Rund 20 Prozent der Wegstrecken im bayerischen SPNV werden hier zurückgelegt.

Bärbel Fuchs, Geschäftsführerin der BEG, rechnet mit dem endgültigen Zuschlag bei der Ausschreibung im Laufe des Jahres 2029: „Wir benötigen aufgrund der Dimension, der Komplexität und der herausfordernden Rahmenbedingungen diese relativ lange Vorlaufzeit. Aufgrund der schweren Prognostizierbarkeit von Infrastrukturprojekten der DB InfraGO werden wir im Übrigen im Vertrag ein Leistungsänderungsrecht verankern, sodass wir nach Fertigstellung der 2. S-Bahn-Stammstrecke München die Möglichkeit haben, die Verkehrsleistungen anzupassen.“
Das vertraglich geregelte Bestellvolumen gegenüber dem aktuellen ersten Münchner S-Bahn-Vertrag zwischen der BEG und der DB Regio wird sich zunächst um knapp neun Prozent erhöhen. Eine große Änderung gegenüber dem aktuellen Vertrag ist die Integration der Züge zwischen Ebersberg und Wasserburg, die derzeit noch in Diesel-Traktion zum von der Südostbayernbahn betriebenen Netz Linienstern Mühldorf gehören. Des Weiteren wird der 20-Minuten-Takt bis Mitternacht auf vielen Linien ausgeweitet. Zudem besteht bis ca. 2 Uhr ein 40-Minuten-Takt.
Eingesetzt werden im Vertragszeitraum 90 komplett durchgängige Neufahrzeuge des Typs ET 1420 von Siemens mit einer Länge von 202 Metern. Die auf der IAA Mobility 2025 mit einem Mock-up erstmals vorgestellten XXL-S-Bahnen sind bereits bestellt und sollen ab Ende 2028 nach und nach im Rahmen des ersten Münchner S-Bahn-Vertrags unterwegs sein. Sie werden dem Eisenbahnverkehrsunternehmen im zweiten Verkehrsvertrag von der BEG beigestellt. Darüber hinaus ist die Beschaffung weiterer Neufahrzeuge geplant, welche die restlichen Gebrauchtfahrzeuge sukzessive ersetzen sollen.
Um die neuen XXL-S-Bahnen optimal einzusetzen, tauschen die S2 und die S3 ihre östlichen Linienäste: Die S2 fährt ab Ende 2034 nach Holzkirchen und die S3 stattdessen nach Erding. Dadurch ergibt sich eine Taktverschiebung um zehn Minuten auf den Westästen nach Petershausen und Mammendorf.


Quelle:/Fotos: Bayerische Eisenbahngesellschaft