Anzeige

Datum: 06.12.2018 Uhrzeit: 09:22

RRX-Regionalzug geht pünktlich in Betrieb


  • Erster Einsatz zum Fahrplanwechsel am 9. Dezember 2018
  • Eisenbahnbundesamt genehmigt Einsatz der Züge
  • Zulassung gemäß Zeitplan pünktlich erreicht
  • Mehr Kapazität und Fahrgastkomfort

    Die elektrischen Triebzüge (EMU) von Siemens Mobility für den Rhein-Ruhr-Express (RRX) nehmen pünktlich zum Fahrplanwechsel am 9. Dezember 2018 den Betrieb auf. Das Eisenbahn-Bundesamt (EBA) hat eine entsprechende Zulassung erteilt. Der vorgesehene Zeitplan wurde eingehalten und der erste kommerzielle Einsatz erfolgt auf der Linie RE 11, die Düsseldorf, Duisburg, Essen, Dortmund, Hamm, Paderborn und Kassel verbindet. Auf dieser Strecke sind täglich bis zu 43.000 Fahrgäste unterwegs. Insgesamt gehen 15 Fahrzeuge in Betrieb. Die neuen Züge vom Typ Desiro HC bieten 25 Prozent mehr Kapazität im Vergleich zu den bisher auf dieser Linie eingesetzten Fahrzeugen sowie einen deutlich verbesserten Fahrgastkomfort. Die digitalisierte Wartung und Instandhaltung von Siemens Mobility garantiert eine über 99-prozentige Verfügbarkeit der EMUs.

    „Mit der Inbetriebnahme und Serienzulassung unseres Desiro-HC-Fahrzeugs für den Rhein-Ruhr-Express haben wir erneut unter Beweis gestellt, dass wir Megaprojekte pünktlich auf die Schiene bringen. Das macht uns zu einem verlässlichen Partner in der Abwicklung komplexer Projekte für Verkehrsunternehmen weltweit und das über den gesamten Lebenszyklus hinweg“, sagte Sabrina Soussan, CEO Siemens Mobility.

    Der Rhein-Ruhr-Express ist als weltweit erster Serien-Zug mit einer neuen Hochfrequenz-Scheibenlösung ausgestattet, die den Mobilfunkempfang in Zügen massiv verbessert. Forscher von Siemens Mobility haben diese spezielle Scheiben-Beschichtung entwickelt, die Funksignale ungehindert passieren lässt. Möglich macht das ein feines Muster, das per Laser in die elektrisch leitende, transparente Schicht der Scheiben eingebracht wird. Die verbauten Fenster lassen die Funkwellen bis zu 500-mal besser durch als konventionelle Wärmeschutzverglasungen. Damit können Fahrgäste zum ersten Mal uneingeschränkt im Internet surfen und telefonieren, ohne dass ein spezieller Verstärker (Intrain-Repeater) notwendig ist.

    Die Zulassung erfolgte nach dem neuen Verfahren in Deutschland, das den Fahrzeugherstellern und Betreibern Planungssicherheit ermöglicht. Beginnend mit der Entwurfsphase des Fahrzeugs können Nachweise und Prüfbescheinigungen durch anerkannte Prüfstellen erstellt werden.

    In Nordrhein-Westfalen (NRW) nutzen täglich 2,4 Millionen den Regionalverkehr auf der Schiene mit steigender Tendenz. Der als Jahrhundertprojekt der Metropolregion geltende RRX soll dazu beitragen, an Rhein und Ruhr die ständig wachsenden Verkehrsanforderungen zu erfüllen. Sieben Linien werden künftig die Metropolen des Landes untereinander und mit wichtigen Zentren in den Nachbarbundesländern Rheinland-Pfalz und Hessen verbinden, beispielsweise mit Koblenz und Kassel. Auf der Kernstrecke zwischen Köln und Dortmund sollen Fahrgäste nach Ausbau der Infrastruktur im Viertelstundentakt den Schienenregionalverkehr nutzen können. Davon profitieren allein acht Millionen Menschen, die in Städten mit RRX-Halt leben, und damit 45 Prozent der Bevölkerung in NRW.

    Insgesamt liefert Siemens Mobility 82 neuentwickelte Doppelstock-Züge aus der bewährten Desiro-Zugfamilie. Das neuste Familienmitglied Desiro HC ist auf hohe Kapazitäten ausgelegt. Jede Zugeinheit besteht aus vier Wagen. Auf 105 Metern Länge verteilen sich 400 Sitzplätze. Im Betrieb sollen jeweils zwei Einheiten verbunden werden, damit entsteht ein Acht-Wagen-Express mit rund 800 Sitzplätzen. Zusätzlich übernimmt Siemens Mobility die Wartung und Instandhaltung über 32 Jahre. Hierfür wurde eigens in Dortmund-Eving ein hochmodernes Instandhaltungswerk erreichtet: das modernste der Welt. Der Auftrag im Gesamtvolumen von über 1,7 Milliarden Euro ist für Siemens Mobility der bisher größte aus dem Bereich des regionalen Schienenverkehrs in Deutschland.






    Meldung des VRR:

    Auf der RE 11: Neue RRX-Fahrzeuge gehen an den Start

    15 neue Fahrzeuge von Siemens Mobility erhöhen zum Fahrplanwechsel die Qualität im NRW-Regionalverkehr

    Ab dem 9. Dezember wird ein weiterer Meilenstein beim bedeutendsten Schienenprojekt in Nordrhein-Westfalen – dem Rhein-Ruhr-Express (RRX) – gesetzt. 15 neue Fahrzeuge von Siemens Mobility erhöhen zum Fahrplanwechsel die Qualität im NRW-Regionalverkehr. Auf der Linie RE 11 (RRX) zwischen Düsseldorf und Kassel-Wilhelmshöhe übernimmt Abellio Rail NRW den Betrieb von DB Regio NRW.

    Der nordrhein-westfälische Verkehrsminister Hendrik Wüst freut sich auf die neuen Fahrzeuge: „Der Betriebsstart der neuen, modernen Siemens-Fahrzeuge ist ein wichtiger Schritt. Es geht weiter mit dem RRX. Wir kommen Stück für Stück voran. Bis wir den geplanten 15-Minuten-Takt zwischen Dortmund und Köln haben, wird es aber noch Jahre dauern.“

    Auch die für die Bestellung der Nahverkehrsleistungen auf der Schiene zuständigen Aufgabenträger freuen sich auf den Einsatz der ersten RRX-Fahrzeuge. Martin Husmann, Vorstandssprecher des Verkehrsverbunds Rhein-Ruhr, unterstreicht die Bedeutung des Projekts für das Land Nordrhein-Westfalen: „Mit dem Einsatz der neuen RRX-Fahrzeuge setzt Nordrhein-Westfalen neue Maßstäbe im Regionalver-kehr. Die Fahrgäste auf der RE 11 profitieren von einer höheren Sitzplatzkapazität, freiem WLAN und einem verbesserten Mobilfunkempfang.“

    Joachim Künzel, Geschäftsführer beim Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL): „Bislang war der RRX für viele Menschen in unserem Land Theorie. Jetzt wird er erstmals im Betrieb erlebbar.“ Mit dem Betriebsstart seien darüber hinaus gleichzeitig weitere Verbesserungen im Leistungsangebot verbunden: „Den Kunden ermöglichen wir ab dem 9. Dezember eine stündliche Direktverbindung zwischen dem Rheinland, dem Ruhrgebiet und Paderborn.“ Bisher sei diese Verbindung nur alle zwei Stunden angeboten worden.

    Voraussetzung für die Betriebsaufnahme auf der RE 11 war die jetzt erfolgte Zulassung der Fahrzeuge vom Typ Desiro HC von Siemens Mobility durch das Eisenbahn-Bundesamt (EBA). „Mit der Inbetriebnahme und Serienzulassung unseres Desiro-HC-Fahrzeugs für den Rhein-Ruhr-Express haben wir erneut unter Beweis gestellt, dass wir Megaprojekte pünktlich auf die Schiene bringen. Wir werden im Dortmunder Depot Tag für Tag dafür sorgen, dass die Züge ebenso pünktlich für den Betrieb bereitstehen und das über die gesamten Lebenszyklus hinweg“, erklärt Sabrina Soussan, CEO von Siemens Mobility. Sie verweist insbesondere auf die technischen Neuerungen zur Sicherung der Zuverlässigkeit der neuen Fahrzeuge:„Wir haben die Züge mit neusten Diagnosesystemen ausgestattet, die Abweichungen von der Regel aufdecken und es uns ermöglichen, sich abzeichnende Fehler und Störungen sowie Fehlerquellen frühzeitig zu erkennen und eine Reparatur vorzunehmen. Ausfälle können so vermieden und die Verfügbarkeit der Zugflotte kann garantiert werden.“

    Bislang war DB Regio NRW für den Betrieb auf der Linie RE 11 zuständig, zum 9. Dezember übernimmt jetzt Abellio Rail NRW. „Der RRX ist ein ganz besonderes Projekt. Wir haben unser gesamtes Team monatelang auf die Inbetriebnahme vorbereitet und können kaum erwarten, dass es endlich losgeht“, ergänzt Rainer Blüm, Geschäftsführer von Abellio Rail NRW.

    Die Zweckverbände Nahverkehr Rheinland (NVR), Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL), Schienenpersonennahverkehr Rheinland-Pfalz Nord (SPNV-Nord), der Ver-kehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) und der Nordhessische Verkehrsverbund (NVV) hatten Siemens im Jahr 2015 nach einem europaweiten Vergabeverfahren mit der Lieferung von 82 RRX-Fahrzeugen sowie der Wartung und Instandhaltung über den gesamten erwarteten Lebenszyklus von 32 Jahren beauftragt.

    Die Fahrzeuge gehen in den Jahren 2019 und 2020 gestaffelt auf vier Linien in den Betrieb. Der neben Abellio Rail NRW zweite Betreiber, National Express, startet im Juni 2019 auf der Linie RE 5 (Wesel-Koblenz) sowie ab Dezember 2019 auf der Linie RE 6 (Minden-Köln). Im Juni 2020 gehen die nächsten RRX-Fahrzeuge, so die Planung, auf der RE 1 von Aachen nach Hamm auf die Schiene (Betreiber: Abellio Rail NRW). Den Abschluss der Betriebsaufnahmen verantwortet wiederum National Express im Dezember 2020 auf der RE 4 (Aachen-Dortmund).

    Voraussetzung für die vollständige Realisierung des RRX-Betriebskonzepts der Zweckverbände, das auf der Hauptachse Westfalen-Ruhrgebiet-Rheinland einen 15-Minuten-Takt vorsieht, ist allerdings der Aus- und Umbau der Gleisinfrastruktur. Die Durchführung der dazu nötigen Planfeststellungsverfahren sowie die Realisierung der Baumaßnahmen „im laufenden Betrieb“ wird noch einige Jahre dauern.


    Quelle:/Fotos: Siemens Mobility / VRR