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Lokomotivbau „Karl Marx“
Die Lokschmiede der DDR in Babelsberg

von Udo Kandler

Format:300 x 210 mm
Umfang:128 Seiten
Preis:EUR 35,00
ISBN-10:3844662243
ISBN-13:9783844662245
Verlag: EK-Verlag
Anschrift: Lörracher Str. 16
79115 Freiburg
URL: www.eisenbahn-kurier.de
E-mail: service@eisenbahn-kurier.de

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Pressetext:

Potsdam mit dem Ortsteil Babelsberg erlangte nicht nur durch sein traditionsreiches Filmstudio, sondern ebenso im Lokomotivbau unter dem Markenzeichen „Lokomotiven aus Babelsberg“ weithin Bekanntheit. 1899 als Zweigwerk der Märkischen Lokomotivfabrik Orenstein & Koppel gegründet, wurde nach dem Zweiten Weltkrieg daraus ein Volkseigener Betrieb. Übergangsweise als „Lokomotivfabrik Karl-Marx Babelsberg“ geführt, ging 1951 mit der Zusammenführung der Lokomotiv- und Waggonfabriken unter dem Dach der Vereinigung Volkseigener Betriebe des Lokomotiv- und Waggonbaus der DDR (VEB LOWA) daraus der „Lokomotivbau Karl Marx Babelsberg“ hervor.
Dieser Band dokumentiert den Wiederaufbau und die frühen Aktivitäten des Volkseigenen Betriebes, dem Bau von Feld- und Grubenlokomotiven, feuerlosen Lokomotiven, Schmalspurdampfloks und dergleichen mehr. Unwiederbringliche Momentaufnahmen zeigen die Werktätigen an ihren Arbeitsplätzen im Umgang mit mannigfaltigen Maschinen und Geräten, an den Drehbänken und Fräsmaschinen, bei der Wasserdruckprobe von Dampfzylindern, genauso wie bei der Lokomotivmontage.
Der Blick zurück hinter die Kulissen dieser berühmten Lokschmiede wird von einer gehörigen Portion Zeitkolorit einer vergangenen Epoche bestimmt.




Inhalt:

  • „Auferstanden aus Ruinen“
  • Maschinen für den Lokomotivbau
  • Lokomotiven für den großen Bruder
  • LOB-Loks in alten Werbegrafiken
  • Planerfüllung
  • Dieselloks aus Babelsberg
  • Und heute … ?
  • Babelsberger Kiefernwäldchen
  • Werks-, Gruben- und Industrielokomotiven
  • Lieferliste VEB Lokomotivbau „Karl Marx“ Babelsberg
  • 1947 – 1968 Zeitleiste
  • Literatur- und Quellenverzeichnis



    elektrolok.de-Bewertung

    Der VEB Lokomotivbau "Karl Marx" in Babelsberg ist den meisten Eisenbahnfans ein Begriff, entstanden hier doch zu DDR-Zeiten viel bekannte Diesellokbaureihen. Das vorliegende Buch porträtiert anhand zahlreicher Bilder die Geschichte der Lokomotivschmiede zwischen dem Kriegsende 1945 und der Umstellung auf die Produktion von Lokomotiven auf Klimablöcke und Autokräne in den 1970ern. Dementsprechend startet das erste Kapitel auch mit Fotos und einem einleitenden Text aus dem Jahr 1945 und der unmittelbaren Nachkriegszeit. Auch die Übereignung in Volkseigentum, die Umbenennung in den VEB "Karl Marx" und die grundsätzliche Geschichte des Werkes bis 1970 findet natürlich hier seinen Platz. Ein interessantes zweites Kapitel zeigt die vielen verschiedenen Maschinen, die beim Lokomotivbau Verwendung fanden, aber auch viele Mitarbeiter des Werkes.
    Die hergestellte Lokomotiven untergliedern sich dann in mehrere Kapitel. Zunächst werden verschiedene Dampfloks für Russland gezeigt. Es folgen farbige Werbegrafiken von verschiedenen hergestellten Lokomotiven wie etwa der V18B, V30C, V60, V180 oder V240. Das in der DDR wichtige Thema der Planerfüllung wird im folgenden Kapitel beleuchtet, in dem vor allem die "Planerfüllungsloks" und Jubiläumsloks sowie Bilder aus der Produktion der Dieselloks zu finden sind.
    Die verschiedenen Diesellokbaureihen, die im Werk hergestellt wurden, werden auch in einem eigenen kurzen Kapitel mit Farbaufnahmen gezeigt. Anschließend findet sich ein ebenfalls kurzes Farbkapitel zum heutigen Zustand des Werkes sowie ein wieder schwarz-weißes Kapitel mit diversen Werkaufnahmen von Lokomotiven. Den Werks-, Gruben- und Industrielokomotiven ist ebenfalls ein eigenes Kapitel vorbehalten.
    Abschließend findet sich noch eine Lieferliste geordnet nach den einzelnen Baureihen mit den verkauften Stückzahlen pro Jahr und eine Zeitleiste mit wichtigen Ereignissen von 1945 bis 1976.

    Obwohl das Buch eigentlich eher ein Bildband ist, bieten die zahlreichen Bildunterschriften und vorhandenen Texte, doch eine Vielzahl von Informationen. Natürlich kann und will der Bildband dabei keine vollständige detailreiche Auflistung geben, zeigt aber dennoch sehr gut die wechselhafte Geschichte der Lokomotiven, Menschen und Planwirtschaft in diesem Werk. Der Hintergrund des Betriebes eingebettet in das politische und soziale Umfeld der DDR wird nie ganz aus den Augen verloren und spielt mal eine größere mal eine kleinere Rolle. Die Bildauswahl beschränkt sich nicht nur auf die Präsentation der bekannten Staatsbahnlokomotiven, sondern bietet auch viele Aufnahmen anderer produzierter Baureihen sowie vom Werk, den Mitarbeitern oder Gerätschaften. Sogar einzelne Lokzeichnungen und Farbaufnahmen finden sich im Buch. Schön wären noch ein Lageplan des Werkes oder eine kurze einleitende Geschichte des Vorgängerwerkes Orenstein & Koppel gewesen, um so die Ausführungen abzurunden. Dennoch entstand eine sehenswerte und interessante Zusammenstellung dieses Volkseigenen Betriebes.


    Na ja... Ausbaufähig! Durchschnitt! Gut! Toptitel!