Die Diesellokomotiven der Wehrmacht
Die Geschichte der V 20, V36 und V 188
von Stefan Rauscher
| Format: | 210 x 297 mm |
| Umfang: | 608 Seiten |
| Preis: | EUR 79,90 |
| ISBN-10: | 384466081X |
| ISBN-13: | 9783844660814 |
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Verlag:
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EK Medien GmbH
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Anschrift:
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EK-Verlag-Eisenbahn-Kurier
Munzingerstr. 5a
79111 Freiburg
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URL:
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www.eisenbahn-kurier.de
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E-mail:
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Pressetext:
Die V 36-Familie war die Allround-Lok bei Bundes- und Reichsbahn. Sie war der Nebenbahn- und Kleinbahnretter und der Urtyp der modernen Werklok auf den Anschlußbahnen der Industrie. In Deutschland gelten die V 20/V 36 als erste in Serie gebaute Dieselloktypen größerer Leistung. International wurde sie zum Wegbereiter der Dieselhydraulik. Dieses EK-Buch zeichnet die faszinierende Geschichte der ehemaligen Wehrmachtsdieselloks mit all ihren bislang kaum bekannten Facetten nach: von den Anfängen als vielseitig verwendbares Rangiergerät im Krieg, über die „goldenen“ fünfziger Jahre im Vorortverkehr der DB bis hin zu den heutigen Einsätzen bei zahlreichen Museumsbahnen. Die Geschichte der schweren Doppel-Loks V 188 findet ebenfalls die entsprechende Würdigung. Autor Stefan Lauscher hat in fast 20-jähriger Arbeit die Entwicklung der Kriegsdieselloks eingehend erforscht, Lieferungen und Einsätze rekonstruiert und die Loks in 22 Ländern der Erde – bis hin zu den Weihnachtsinseln – aufgespürt!
Inhalt:
1. Motorlokbau in Deutschland bis 1936 2. Konzeption: Die typisierten Wehrmachtsdiesellokomotiven entstehen 3. Konstruktion: Die Bauarten der Wehrmacht 4. Fertigung: Die Industrie liefert 5. Einsatz im Krieg: Räder müssen rollen für den Sieg 6. Einsatz nach 1945: Das Diesellok-Zeitalter beginnt 7. Nachkriegsentwicklungen: Die Kinder und Stiefkinder der Wehrmachtlok 8. Die Kleinlokomotiven der Wehrmacht („WR110B“) 9. Die „Dora“-Geschützlok („D311“) Anhang-Firmenbauarten
elektrolok.de-Bewertung
Schon lange waren die ersten beiden Auflagen dieses Buches vergriffen, weshalb der EK nun eine aktualisierte Neuauflage auf den Markt bringt. Wer das alte Werk noch nicht kannte, wird erst mal vom Umfang des Buches überrascht. War die zweite Auflage schon knapp 600 Seiten stark, so ist diese Auflage nun sogar über die 600 Seiten gerutscht. Das Thema wird mit einem Kapitel über den Bau der Motorlokomotiven in Deutschland bis 1936 auf rund zehn Seiten eingeleitet. Erwähnung finden dabei u.a. die Diesel-Klose-Sulzer-Lokomotive von 1912, die für Russland gedachte Versuchslok JuE 001 von 1924, die Hohenzollern-Lok von 1926 und weitere Dieselloks aus den 1920ern und 1930ern bis hin zur V16 101. Auf den folgenden gut 40 Seiten betrachtet der Autor erst einmal das grundsätzliche Konzept der Wehrmachts-Dieselloks, also welche Baureihen wurden für die verschiedenen Aufgaben der Wehrmacht gebraucht und entwickelt und worauf war beim Bau zu achten. Zwar war zunächst wohl nur eine standardisierte Baureihe angedacht gewesen, das Buch zeigt aber schnell, dass eine Vielzahl von Sondertypen entstanden. Vorgestellt werden erste Entwürfe, die Baumusterloks verschiedener Hersteller und deren Erprobung, die daraus entstandenen Serienloks mit unterschiedlicher Leistung sowie Bauartänderungen bis 1943 und nicht realisierte Projekte. Die Technik der Wehrmachtloks wird auf gut 20 Seiten beschrieben. Der Leser erfährt hier Details zu den verschiedenen Bauteilen und Sonderausrüstungen. Zahlreiche Grafiken und Planzeichnungen, technische Daten und historische Fotos ergänzen die Ausführungen. Auf mehr als 40 Seiten widmet man sich dem Thema, welche Loks bei welchem Hersteller gebaut wurden und wie viele Loks überhaupt entstanden. Auch wohin die Loks gingen (Wehrmacht/Industrie/Reichsbahn) und was die Loks kosteten, wird untersucht. Diverse Statistiken und Tabellen sorgen für einen besseren Überblick. Die Einsatzgeschichte wird in zwei Kapitel unterteilt. Auf knapp 30 Seiten wird zunächst der Einsatz im Zweiten Weltkrieg beleuchtet: Verschiedene Standorte des Heeres und der Luftwaffe, der Einsatz in Peenemünde, die Verwendung als Zugloks der Eisenbahngeschütze und Panzerzüge oder der Einsatz in Nordafrika sind einige Themen, die beleuchtet werden. Auch die genaue Bezeichnung der Loks bei der Wehrmacht und die Farbgebung der Loks bis 1945 findet hier ihren Platz. Deutlich umfangreicher ist dann der zweite Teil der Einsatzgeschichte mit der Zeit nach dem Krieg. Mit 360 Seiten umfasst dieses Kapitel knapp zwei Drittel des Buches! Zunächst widmet sich der Autor dabei den Einsätzen bei der Deutschen Bundesbahn (DB). Der Bogen wird dabei von der Bestandsaufnahme nach dem Krieg über die Veränderungen in den einzelnen Betriebsjahrzehnten bis zur Ausmusterung in den 1970ern und Anfang der 1980er Jahre gespannt. Zudem gibt es hier Informationen über die Lackierung, die Instandsetzung der Maschinen und die Nachbauten, Umbauten und Bauartänderungen, die verschiedenen Splittergattungen oder den Wendezugdienst. Auch einige Lokführer-Erlebnisse wurden abgedruckt. Anschließend wird genauer auf die Stationierung und die Einsätze in den jeweiligen Direktionen und Betriebswerken eingegangen. Natürlich sind hier diverse Statistiken und Umlaufpläne sowie zahlreiche SW- und wenige Farbaufnahmen zu finden. Eigene Unterkapitel beschäftigten sich zudem mit den Werkloks in den verschiedenen Ausbesserungswerken und dem Einsatz bei Klein-, Privat- und Werkbahnen sowie dem Anschlussverkehr der alliierten Streitkräfte im Westen. Ein Blick auf die erhaltenen Museumslok mit zahlreichen Farbaufnahmen schließt die Geschichte der Loks im Westen ab. Es folgt die Betrachtung der Einsatzgeschichte bei der Deutschen Reichsbahn (DR) im Osten. In ähnlicher Weise wie bei der DB wird hier zunächst allgemein die Entwicklung behandelt, bevor man sich die einzelnen Stationierungen und Einsätzen vornimmt. Es folgen auch hier Kapitel über Klein- und Privatbahnen, Werkloks der VEB-Betriebe, Einsätze als Anschlussloks der Sowjetarmee und Traditionsloks. Der letzte große Teil der Einsatzgeschichte ist dem Verbleib der Wehrmachtsloks im Ausland vorbehalten. Hier werden die verschiedenen Länder erwähnt, in denen die Wehrmachtsloks gefahren sind. Das 7. Hauptkapitel beleuchtet die Nachkriegsentwicklungen bei den verschiedenen Herstellern, die aus den Wehrmachtloks weiter entwickelt wurden. Mit 13 Seiten recht kurz wird auf die Kleinlokomotiven der Wehrmacht („WR110B“) eingegangen, da es hierzu schon andere Literatur gibt. Auch die Geschichte der „Dora“-Geschützlok („D311“) ist mit nur 12 Seiten aus dem gleichen Grund eher kurz gehalten. Das letzte Kapitel ist ein Anhang in dem noch einige Firmenbauarten aufgeführt sind.
Das Werk war und ist das Standardwerk, wenn es um die Baureihen V20 und V36 geht. So gut wie keine Frage zu diesen Wehrmachtsloks bleibt offen. Bemängeln kann man von dieser Seite nichts, lediglich die recht kurz abgehandelten Kleinlokomotiven und „Dora“-Geschützloks mag einem Leser, der hier mehr erwartet hat, enttäuschen, zumal die V188 ja auch auf dem Titel erwähnt wird. Die Heeresfeldbahnloks wurden ebenfalls bewusst aus dem Band ausgeklammert und sollen in einem zweiten Band ausführlich beschrieben werden. Das Buch ist mit mehr als 600 Seiten ein so umfangreiches Schwergewicht, dass auch deshalb nichts mehr ins Buch reingepasst hätte. Der Preis ist mit knapp 80 Euro natürlich hoch, aber für die akribische Fleißarbeit des Autors und den Umfang des Buches mittlerweile durchaus gerechtfertigt. Die älteren Ausgaben dieses Buches wurden im Internet vor Erscheinen der Neuauflage teilweise sogar noch höher gehandelt.
Na ja...
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Ausbaufähig!
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Durchschnitt!
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Gut!
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Toptitel!
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